Ort: Island Datum: 28.02. – 15.03.2026 Flugzeit: Frankfurt nach Reykjavík Keflavik: 3h 45min
Amtssprache: isländisch Währung: Isländische Kronen Temperatur: +2 bis -6 (im Wind gefühlt noch kälter)

Island

Island, das „Land aus Feuer und Eis“ im Nordatlantik, ist ein europäischer Inselstaat (ca. 103.000 km²) geprägt von aktiven Vulkanen, riesigen Gletschern, Geysiren und rauer Natur. Mit nur ca. 380.000 Einwohnern ist es sehr dünn besiedelt.
Wusstet ihr, dass…
…die Isländer an Elfen glauben?
…es mehr Schafe als Menschen gibt
…es eine Briefkastenadresse für Weihnachtswünsche gibt
…Island nach Finnland das glücklichste Land der Welt ist (siehe World Happiness Report 2021)

Die Durchschnittstemperaturen pro Jahreszeit betragen wie folgt: im Sommer liegen sie bei 10 °C bis 15 °C, im Winter um den Gefrierpunkt (-3 °C bis 3 °C) und in den Übergangszeiten Frühling und Herbst meist zwischen 1 °C und 8 °C

Die Flugdauer von Frankfurt (FRA) nach Reykjavik (KEF) beträgt 3h45min. Es handelt sich meist um Direktflüge, die z.B. von Icelandair oder Lufthansa angeboten werden

Ich wollte Island im Winter und weiß erleben. Der Wunsch ging in Erfüllung. Selbst Reykjavik, wo es kaum Schnee gibt, versank im Schnee. Der erste Blick auf Island aus dem Flugzeugfenster heraus, war grandios: Island war komplett ein schneebedecktes Land.

Island im Winter ist kein normales Reiseziel – es ist eine völlig andere Welt. Wenn der arktische Wind über die verschneiten Lavafelder fegt und die Sonne nur für wenige Stunden flach über dem Horizont steht, verwandelt sich die Insel aus Feuer und Eis in ein mystisches Märchen aus Licht und Schatten.
Es gibt ein Sprichwort in Island: „Gefällt dir das Wetter auf Island nicht, warte 5min.“
Dies kann ich bestätigen. Besonders um den Vestrahorn änderte sich in kürzester Zeit regelmäßig das Wetter. Kurz Sonne, dann Schneesturm, Hagel, Regen, Wind alles dabei.

Vorwort zur Reiseroute

Insgesamt legte ich auf meiner Rundreise rund 3.500 Kilometer im Auto zurück. Die Route führte mich von Reykjavík aus einmal gegen den Uhrzeigersinn entlang der berühmten Ringstraße um die gesamte Insel. Auf diesem Roadtrip jagte ein spektakuläres Motiv das nächste: Zu den absoluten Highlights gehörten die Tour in eine Eishöhle des Vatnajökull, die Jökulsárlón-Gletscherlagune, der Diamond Beach sowie unzählige vereiste Wasserfälle und historische kleine Holzkirchen. Und als krönender Abschluss durften natürlich auch die magischen Polarlichter nicht fehlen.

Meine Reiseroute

Tag 1 – 01.03.2026
Von Reykjavík aus führte mich der Weg zunächst zum berühmten Golden Circle mit Stopps am sprudelnden Geysir Strokkur und dem gewaltigen Gullfoss-Wasserfall. Weiter ging es entlang der Südküste zum eindrucksvollen Skógafoss. Den späten Abend und den Sonnenuntergang verbrachte ich am mystischen Reynisfjara Black Beach, bevor ich schließlich mein heutigen Tagesziel erreichte: Vík í Mýrdal im Süden Islands.

Tag 2 – 02.03.2026
In Vík í Mýrdal schlug ich für drei Nächte mein Lager auf, um die Highlights der Region ausgiebig zu erkunden. Der Tag begann stürmisch: Den Sonnenaufgang erlebte ich am windgepeitschten Kap Dyrhólaey, an den berühmten „Game of Thrones“-Felsen. Oben am Leuchtturm machten sich dann auch die Schneeverwehungen deutlich bemerkbar. Anschließend steuerte ich den Seljalandsfoss an, bevor ich mich im gemütlichen Café Freya aufwärmte. Frisch gestärkt ging es weiter zum versteckten Kvernufoss. Auf dem Rückweg legte ich noch einen kurzen Stopp am Vikurfjara-Strand ein, um den Blick auf die markanten Reynisdrangar-Nadeln zu genießen. Den perfekten Abschluss fand der Tag mit einem erneuten, magischen Sonnenuntergang am Reynisfjara Black Beach.

Tag 3 – 03.03.2026
Auf dem Programm standen heute die Kirche in Vík, der Katla Geopark und ein echtes Juwel: die Grafarkirkja, die älteste Torfkirche der Region Suðurland. Mittags zeigte Island dann sein wildes Gesicht: Ein plötzlicher Schneesturm fegte übers Land und machte die geplante Fotosession mit den Islandponys zum echten Härtetest. Trotz der anschließenden Regenprognose für den Nachmittag packte ich mich wetterfest ein, um die Landschaft rund um mein Hotel zu erkunden.

Tag 4 – 04.03.2026
Bevor ich die Fahrt in Richtung Höfn antrat – meinem Quartier für die nächsten drei Tage –, verabschiedete ich mich mit einem letzten Sonnenaufgang am Reynisdrangar. Unterwegs legte ich einen Stopp am Lómagnúpur Scenic Point in Skaftárhreppur ein. Der majestätische Berg erhebt sich mit seinen dramatischen Klippen spektakulär über die weite Landschaft. Mein Weg führte mich weiter durch endlose, faszinierende Vulkanlandschaften und riesige Lavafelder, bis ich schließlich den Gletschersee Fjallsárlón erreichte. Direkt im Anschluss folgte die berühmte Gletscherlagune Jökulsárlón im Vatnajökull-Nationalpark. Sie ist der tiefste See des Landes und zieht jeden mit ihren mächtigen, treibenden Eisbergen in den Bann. Nur wenige Schritte weiter wartete das nächste Highlight: der berühmte Diamond Beach. An diesem schwarzen Vulkansandstrand stranden die glitzernden Eisblöcke der Lagune und funkeln im Licht wie echte Diamanten.

Tag 5 – 05.03.2026
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen eines unvergesslichen Abenteuers: der Tour in eine Eishöhle am Breiðamerkurjökull – dessen Name übersetzt so viel wie „Breitwaldfluss-Gletscher“ bedeutet. Pünktlich um 07:30 Uhr wurde ich von meinem Guide Stephan direkt am Hotel abgeholt. Um 09:30 Uhr startete schließlich die Gletscherwanderung. Für den Aufstieg über 39 Höhenmeter benötigten wir rund 1,5 Stunden. Das Highlight war die Eishöhle selbst, in der ich eine faszinierende Stunde verbrachte, um die eisigen Formationen zu bewundern. Der Rückweg bergab dauerte knackige 55 Minuten. Nach der insgesamt 6,5 Kilometer langen Tour tat ein heisser Tee erst einmal richtig gut, bevor es gegen 15:00 Uhr für einen weiteren Stopp zum Diamond Beach ging. Gegen Nachmittag zog ein weiterer Schneesturm auf. Der frische Neuschnee verwandelte den kurzen Weg zum Abendessen in eine echte, tiefwinterliche Wanderung.

Tag 6 – 06.03.2026
Der Svínafellsjökull ist eine weitere Gletscherzunge des mächtigen Vatnajökull. Obwohl kleiner und schmaler als sein westlicher Nachbar, ist er nicht weniger beeindruckend und dank der Nähe zur Ringstraße leicht zu erreichen. Vom Parkplatz aus führt ein breiter, gemütlicher Weg etwa 500 Meter zu einem idyllischen, zugefrorenen See. Nach weiteren 300 Metern steht man schließlich vor der majestätischen Gletscherzunge, die sich in wilden Kaskaden vom Hvannadalshnúkur – dem höchsten Berg Islands – herabwindet.
Es ist zutiefst beeindruckend, an diesem Ort innezuhalten, die Stille zu genießen und die Landschaft auf sich wirken zu lassen. Auch wenn man die enorme Bewegung von bis zu einem Meter pro Tag nicht sieht, so kann man sie doch hören: Ein leises Knistern und lauteres Knacken verrät, wie sich die Eismassen unaufhörlich verschieben. Obwohl mein Besuch an einem grauen, wolkenverhangenen Tag stattfand, erstrahlte das Eis in einem intensiven Blau, mystisch durchzogen von dunklen Ascheschichten – den faszinierenden Relikten vergangener Vulkanausbrüche. Hier fanden ebenfalls Dreharbeiten zu Games of Thrones statt.

Gegen frühen Abend zog es mich noch einmal zum Diamond Beach, der mich komplett in seinen Bann gezogen hat. Obwohl ich schon mehrfach dort war, bietet der Strand jedes Mal einen völlig neuen Anblick. Das faszinierende Zusammenspiel aus wechselndem Wetter, Licht und den immer neu angeschwemmten Eisbrocken sorgt dafür, dass dieser Ort niemals gleich aussieht.

Am Abend war es endlich so weit: Ich durfte meine allerersten Polarlichter auf Island erleben! Direkt nach dem Essen hieß es nur noch, blitzschnell in die warmen Klamotten zu springen, die Kamera startklar zu machen und ab ins Auto, um dem grünen Leuchten hinterherzujagen. Auch wenn sie sich heute noch etwas verhalten zeigten, war es ein absolut gelungener und magischer Auftakt für meine ganz persönliche Polarlicht-Saison.

Tag 7 – 07.03.2026
Weiter ging es zur nächsten Unterkunft direkt am Vestrahorn. Da die heutige Tagesetappe relativ kurz war, blieb mir reichlich Zeit, um mich im Viking Café einzurichten, wo ich für zwei Nächte bis zum 09.03.2026 mein Quartier bezog. Die Lage direkt am Spot ist ideal, da sich hier sowohl tagsüber als auch nachts fantastische Fotomöglichkeiten bieten.
Mein erster Stopp galt dem imposanten Felsmassiv Eystrahorn (Krossanesfjall), dem stolzen Gegenstück zum bekannteren Vestrahorn an der Südostküste. Die zerklüftete Kulisse ragt etwa 50 Kilometer östlich von Höfn und rund 40 Kilometer hinter dem Vestrahorn-Massiv empor. Dort besuchte ich einen malerischen Wasserfall und erblickte den berühmten „Batman-Felsen“. Den Nachmittag nutzte ich, um das Areal rund um das Vestrahorn zu erkunden und schon vorab nach den besten Plätzen für die Polarlichtjagd zu suchen. Das Vorbereiten zahlte sich aus: Als am Abend tatsächlich die Nordlichter am Himmel tanzten, bot sich mir ein magischer Anblick, da sich das grüne Leuchten perfekt im spiegelglatten Wasser reflektierte.

Tag 8 – 08.03.2026
In der Nacht hatte es frisch geschneit. Es war ein erhabenes Gefühl, die Erste zu sein, die ihre Spuren im unberührten Weiß hinterließ, um den Sonnenaufgang am Vestrahorn zu genießen. Nach einem gemütlichen Frühstück ließ ich den Tag entspannt angehen und entschied mich für eine Wanderung auf dem „Yellow Path“ (6,5 km). Diese Route verbindet das Wikingerdorf mit dem berühmten schwarzen Sandstrand Kirkjusandur. Ich spazierte durch die markanten, grasbewachsenen schwarzen Sanddünen, genoss den grandiosen Panoramablick auf das Vestrahorn und lief querfeldein an der Lagune entlang. Das Wikingerdorf selbst fasziniert mit seinen traditionellen Holzhütten und Grasdächern. Es wurde ursprünglich 2009 für einen Film errichtet, der nie gedreht wurde, diente später jedoch als Kulisse für Netflix-Produktionen wie The Witcher: Blood Origin. Island zeigte sich auf dieser Runde von seiner wildesten Seite: Fast im Minutentakt wechselte das Wetter zwischen strahlendem Sonnenschein, Regen, Hagel und heftigem Schneesturm.

Tag 9 – 09.03.2026
Die große Fahrt in den Norden: Durch Fjorde, Schluchten und Vulkanwüsten
Heute bricht das größte Fahrautenspiel der Reise an: die Mammut-Etappe vom Vestrahorn hinauf zum Mývatn-See. Über 361 Kilometer frisst sich die Ringstraße nach Nordosten durch das raue Herz Islands. Fünf Stunden reine Fahrzeit – doch im Winter wird dieser Roadtrip zu einer epischen Expedition, bei der hinter jeder Kurve ein neues visuelles Abenteuer wartet.

Lost Places und bunte Farbtupfer an den Ostfjorden
Schon die ersten Kilometer bieten ein wahres Fest für die Kamera. Die Straße schlängelt sich entlang der dramatischen Klippen der Ostfjorde. Vorbei am vertrauten Eystrahorn zieht die einsame Küstenlinie vorbei, bis plötzlich Hafnarnesviti am Horizont auftaucht. Hier stoppe ich für ein paar mystische Aufnahmen: Ein einsamer Leuchtturm trotzt den Elementen, umgeben von verlassenen, verwitterten Lost-Places-Häusern, die stumm vom Leben vergangener Tage erzählen. Nur wenige Fjorde weiter leuchtet in Stöðvarfjörður ein verträumter Farbtupfer inmitten der rauen Natur auf – die berühmte hellblaue Holzkirche.

Das versteckte Naturwunder: Stuðlagil Canyon
Bevor es ins unwirtliche Landesinnere geht, verlasse ich die Hauptstraße für ein absolutes Meisterwerk der Natur: den Stuðlagil Canyon. Die gewaltige Schlucht mit ihren perfekt geformten, tiefblauen Basaltsäulen wirkt in der eisigen Kulisse wie von einem anderen Planeten. Ein rauer, aber atemberaubender Fotostopp, der die Kamera heißlaufen lässt!

Möðrudalur: Eine Oase am Tor zum Hochland
Anschließend schraubt sich die Straße unaufhörlich nach oben. Die Landschaft verändert sich schlagartig. Über Egilsstaðir geht es hinein in die endlose, weiße Einsamkeit des isländischen Hochlands. Mitten in dieser arktischen Wüste taucht Möðrudalur (Fjalladýrð) auf – die höchstgelegene und älteste Farm des Landes. Diese winzige Torf-Oase ist wie eine eigene kleine Welt: Eine winzige Kirche, ein uriges Haus und ein kleiner Supermarkt trotzen hier der eisigen Isolation. Und das absolute Highlight? Eine Gruppe von Island-Rentieren, die seelenruhig durch den Schnee stapft.

Einzug ins Reich des Feuers: Das Mývatn-Lavagebiet
Nach Stunden auf der Straße kündigt sich schließlich das Etappenziel an – und die Natur wechselt erneut ihr Gesicht. Die Straße führt mitten hinein in das surreale, dampfende Mývatn-Lavagebiet. Tiefschwarze Vulkanformationen, erstarrte Krater und bizarre Pseudokrater prägen diese mystische Mondlandschaft, die im Abendlicht eine fast bedrohliche Schönheit ausstrahlt.
Nach 361 Kilometern voller Kontraste, Eis und Vulkangestein erreiche ich schließlich mein warmes Refugium für die Nacht: das Hotel Laxá. Der perfekte Stützpunkt, um in den nächsten Tagen das wilde Mývatn-Gebiet zu erobern.

Das grüne Finale: Magie über dem See
Doch der Tag ist noch nicht vorbei. Nachts meldet sich die App mit vielversprechenden Werten. Ich halte es nicht lange im Hotel aus: Kamera geschnappt, rein ins Auto und rauf zum Lake Mývatn Panoramic Point gegen 01:00 Uhr.
Was mich dort oben erwartet, ist pure Magie. Über der surrealen Kraterlandschaft des Sees entfaltet sich ein spektakuläres, grünes Polarspiel. Die Nordlichter tanzen in flammenden Schleiern über den Nachthimmel und spiegeln sich in den teilweise gefrorenen Wasserflächen des Mývatn.

Tag 10 – 10.03.2026
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen von brodelnder Erde und mächtigen Wassermassen. Gleich nach dem Frühstück startete ich früh am Morgen zu einer echten Expedition: Die Wanderung zum imposanten Aldeyarfoss in der Sprengisandsleið stand auf dem Programm. Der 3,7 Kilometer lange Weg (einfache Strecke) führt durch mäßige Steigungen und ist je nach Wetterlage nur mit Grödeln auf den Schuhen sicher machbar. Für die Gehzeit sollte man je nach Tempo etwa 1,5 Stunden einplanen. Da ich mir viel Zeit für diesen rauen, von schwarzen Basaltsäulen eingerahmten Wasserfall nahm, kehrte ich erst am späten Nachmittag zurück.
Doch das war erst der Anfang. Auf meiner Tour steuerte ich den legendären Goðafoss an, dessen Wassermassen im Winterlicht atemberaubend wirken. Anschließend tauchte ich ein in das unwirkliche Geothermalgebiet Hverarönd, wo zischende Fumarolen und blubbernde Schlammtöpfe die Luft mit Schwefel erfüllen. Nach einem kurzen Stopp am futuristisch anmutenden Krafla-Kraftwerk rundete ein Besuch der mystischen Grjótagjá-Höhle den Tag perfekt ab. Das dortige, tiefblaue Thermal-Grottenbad wirkt wie eine geheime Welt tief unter der Erde.

Tag 11 – 11.03.2026
Mein Roadtrip führte mich weiter in den äußersten Norden Islands. Die Route passierte zunächst Akureyri, die charmante „Hauptstadt des Nordens“. Ein echter Hingucker im Straßenverkehr waren die roten Ampellichter in Herzform, die der Bürgermeister einst während der Corona-Pandemie einführen ließ, um den Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und positives Denken zu fördern. Kurz hinter der Stadt verließ ich die Ringstraße 1 und bog auf die Straße 82 ab, die mich direkt ins beschauliche Fischerdorf Dalvík führte, wo ich einen gemütlichen Mittagsstopp einlegte.
Frisch gestärkt steuerte ich das Auto auf der Straße 76 um die gesamte, wilde Nordspitze der Tröllaskagi-Halbinsel – jener monumentalen Landzunge, die sich dramatisch zwischen dem Eyjafjörður und dem Skagafjörður erhebt. Erster Halt war Siglufjörður, die einstige „Hauptstadt des Heringsfischens“, die heute mit ihrem idyllischen Hafen und den farbenfrohen Häusern begeistert. Auf der Weiterfahrt Richtung Südwesten hielt ich am malerischen Leuchtturm Sauðanesviti, der einsam der rauen See trotzt. Kurz vor dem Etappenziel stieß ich noch auf die Grafakirkja – eine geschichtsträchtige Torfkirche, die als älteste Kirche Islands gilt und heute kurioserweise als einfacher Schuppen genutzt wird. Nach dieser langen Fahrt um die stürmische Nordküste erreichte ich schließlich meine Unterkunft, das Brimslóð Atelier in Blönduós, wo der Tag mit einem exklusiven, individuell für mich zubereiteten Abendessen perfekt ausklang.

Tag 12 – 12.03.2026
Heute mache ich einen großen Schritt Richtung Südwesten und fahre bis zur Halbinsel Snæfellsnes. Mein Weg führt mich zunächst bei dichtem Schnee und minimaler Sicht zum berühmten Elefantenfelsen Hvítserkur. Nachdem ich an der ersten Koppel noch vergeblich Ausschau gehalten habe, entdecke ich kurz darauf an einer zweiten Koppel die ersten Islandponys im tiefen Schnee. Nach diesem schönen Zwischenstopp geht es weiter auf die Halbinsel Snæfellsnes, wo ich die ikonische schwarze Kirche Búðakirkja besuche. Anschließend bestaune ich das beeindruckende Felsentor in Arnarstapi. Mein Zuhause für die nächsten zwei Nächte ist das Arnarstapi Center Hotel, das direkt an absolut einmaligen Küstenspots gelegen ist. Von hier aus erkunde ich die Halbinsel am 13.03.2026, bevor es am 14.03.2026 wieder zurück nach Reykjavík geht.

Tag 13 – 13.03.2026
Wintermagie auf Snæfellsnes: Ein Tag im Kleid aus Eis und Schnee
Mein Tag beginnt in der klirrenden Kälte des arktischen Morgens. Ein echter Sonnenaufgang bleibt mir zwar verwehrt, doch der wolkenverhangene Winterhimmel entschädigt mich sofort: Für einen kurzen, magischen Moment formen sich am Horizont ganz besondere Wolken, die ein dramatisches Licht auf die tief verschneite Landschaft werfen.
Erster Halt ist die idyllische Kirche von Hellnar, deren rotes Dach leuchtend aus dem Weiß hervorsticht. Von dort führt mich der Weg durch den knisternden Schnee zum hübschen Grafittihaus Dagverðará. Die verlassenen Mauern wirken in der einsamen, winterlichen Kulisse noch nostalgischer. Weiter geht es zu den monumentalen Löndrangar-Basaltfelsen, die wie eine dunkle Festung aus dem eisigen, tobenden Atlantik ragen.
Die berühmte Ingjaldshóll-Kirche präsentiert sich als perfektes Postkartenmotiv, umrahmt von endlosen Schneefeldern. Einen faszinierenden Kontrast dazu bietet das verrostete Bootswrack Sæljós GK-2 nahe dem Dorf Rif, das einsam im Sand und Eis liegt. Danach erreiche ich den wohl bekanntesten Fotospot: Der Wasserfall am Kirkjufell ist teilweise gefroren und bildet zusammen mit dem schneebedeckten, markanten Berg eine Kulisse wie aus einem Wintermärchen.
Meine Route führt mich weiter durch das bizarre Lavafeld Berserkjahraun, dessen schwarze Zacken unter einer dicken Schneedecke hervorlugen. Beim anschließenden Halt auf dem Pass pfeift mir der kalte Winterwind um die Ohren, während ich den gigantischen Ausblick über die weiße Unendlichkeit der Halbinsel genieße. Auf dem Rückweg zieht mich der Wasserfall Bjarnarfoss in seinen Bann, dessen Wassermassen sich an einer teilweise vereisten Basaltwand hinabstürzen.
Das absolute Finale hebt sich Island für die Dunkelheit auf: Am Abend reißt der frostige Himmel auf. Ein spektakuläres Polarlicht beginnt in intensiven grünen Schleiern zu tanzen – zuerst über der Kirche von Hellnar und schließlich über dem alten Graffitihaus von Dagverðará. Das grüne Leuchten am Sternenhimmel, reflektiert vom weißen Schnee, macht diesen Wintertag unvergesslich.

Tag 14 – 14.03.2026
Die magische Nacht und der Weg zurück in die Hauptstadt
Doch die Nacht ist noch nicht vorbei. Gegen 05:00 Uhr morgens wartet am Arnarstapi Center Hotel die nächste Überraschung auf mich: Ein weiteres, wunderschönes Polarlicht flammt auf. Diesmal tanzt und leuchtet der Himmel nicht nur in Grün, sondern zieht spektakuläre Schleier in Lila und Blau über das nächtliche Island. Trotz der Müdigkeit zieht es mich sofort wieder raus in die Kälte zum Fotografieren. Erst gegen 05:50 Uhr, als die Dunkelheit langsam dem ersten fahlen Dämmerlicht weicht, finde ich den Weg ins gemütliche Bett.
Der Schlaf ist kurz, aber die Belohnung überwältigend: Um 07:30 Uhr stehe ich pünktlich zum Sonnenaufgang am Felsen Gatklettur. Das goldene Licht des Wintermorgens bricht sich spektakulär im markanten Steinbogen im Meer – ein Anblick, für den sich das frühe Aufstehen mehr als gelohnt hat. Erst danach geht es zum wohlverdienten, wärmenden Frühstück.
Ich verlasse die Halbinsel und steuere das Inland an. An den Hraunfossar bietet sich mir ein faszinierendes Naturschauspiel: Unzählige kleine Wasserfälle strömen hier direkt aus dem Lavagestein. Nur ein paar Schritte weiter, direkt an der Brücke, tost der Barnafoss wild und kraftvoll durch eine enge Felsschlucht.
Zum Abschluss meiner Reise tauche ich ein in das winterliche Flair von Reykjavík. Bei einer ausgiebigen Besichtigung der Innenstadt schlendere ich durch die bunten, verschneiten Gassen und bewundere schließlich die majestätische Architektur der Hallgrímskirkja, die wie ein schützender Eisberg über der nördlichsten Hauptstadt der Welt thront. Den Abend ließ ich in der Pizzeria an der Hallgrimskirkja ausklingen und begab mich dann zurück ins Hotel Lotus.

15.03.2026
Der frühe Abschied und das Versprechen auf ein Wiedersehen
Die letzte Nacht ist kurz, denn mein Rückflug startet bereits sehr früh um 07:25 Uhr. In den eisigen, frühen Morgenstunden mache ich mich gegen 04:15 Uhr auf den Weg zum Flughafen nach Keflavík. Pünktlich um 05:00 Uhr erreiche ich das Terminal, gebe den Mietwagen ab und nutze die verbleibende Zeit, um mich noch einmal kurz für die Reise zu stärken, bevor es an Bord geht.
Beim Abheben werfe ich einen letzten Blick zurück auf das tief verschneite Island. Am Mittag erreiche ich Frankfurt am Main, und gegen 16:00 Uhr schließe ich schließlich die eigene Haustür hinter mir. Ich bin unendlich müde, aber überglücklich. Eines steht nach diesem winterlichen Abenteuer fest: Island ist ein magisches Land, das mich ganz sicher nicht das letzte Mal gesehen hat.

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